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Ein älterer Mann mit Behinderungen würfelt.
Eine ältere Dame malt

Behinderung und Alter

Drei älere Damen mit Rollatoren gehen eine Rampe entlang
Eien ältere Dame steigt in ein Taxi

Herzlich willkommen

Nachdem die Nationalsozialisten nahezu eine ganze Generation von Menschen mit Behinderungen ermordet haben, erreichen nunmehr die nach dem Krieg geborenen Personen das Rentenalter. Gleichzeitig hat sich die medizinische und soziale Versorgung der Menschen in Deutschland auf ein bislang unbekannt hohes Niveau entwickelt. Eine historisch neue Situation. Eine historisch neue Situation, in der längst noch nicht alle Fragen der Eingliederungshilfe für Menschen mit wesentlichen Behinderungen geklärt sind. Gleichzeitig befinden sich die Leitbilder für diese Hilfen im gesellschaftlichen Wandel.

Standen bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts eher der Schutz der Gemeinschaft und das „fürsorgliche“ Absondern der Menschen mit Behinderungen im Vordergrund, so ist es heute selbstverständlich, dass Menschen mit wesentlichen Behinderungen Teil der Gemeinschaft sein sollen. Spätestens das am 26. März 2009 in Deutschland in Kraft getretene Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat dieses Leitbild gesetzlich festgeschrieben: Die inklusive Gesellschaft, in der alle Bürgerinnen und Bürger mit oder ohne Behinderung selbstbestimmt leben können.

Zwischenzeitlich hat sich der LWL als Partner an einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Münster, mit dem Titel „LEQUI - Lebensqualität inklusiv(e) – Innovative Konzepte unterstützten Wohnens älter werdender Menschen mit Behinderung“ beteiligt. Die bisherigen Erkenntnisse aus diesem Projekt wurden in Zwischenberichten veröffentlicht.

Unser Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Katholischen Hochschule NRW. Ermöglicht wird ihre Forschung dankenswerterweise durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die veröffentlichten Berichte zusammengenommen bilden eine gute Basis, den Diskussionsprozess über Hilfebedarfe von Menschen mit Behinderung im Alter und angemessene Unterstützungsangebote fortzuführen.
 

Matthias Münning
LWL-Sozialdezernent

Projekte und Literatur

Älterwerden ist nichts für Feiglinge

Mit dem Alter(n) leben lernen

Luisa Borgmann

Biographiearbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung. Ein Bildungskurs

2020. 183 Seiten, 30 Abb. Kart. Inkl. Zusatzmaterial per Download. € 32,–ISBN 978-3-17-038593-1

Menschen mit einer geistigen Behinderung erreichen zunehmend ein hohes Lebensalter. Deshalb ist es wichtig, barrierefreie Bildungsangebote zur Lebensphase Alter bereitzustellen. In diesem Praxishandbuch finden Fachkräfte der Behindertenhilfe kreative Methoden, Hintergrundwissen und Arbeitsmaterial, um einen Bildungskurs für Menschen mit geistiger Behinderung durchzuführen. Der vielfach erprobte und evalu-ierte Bildungskurs besteht aus 16 Gruppentreffen, in denen drei Lernfelder thematisiert werden: die biographische Identität, Alter(n) sowie Demenz. Menschen mit Behinderung werden so befähigt, eigene Erfahrungen mit dem neu erworbenen Wissen zu verknüpfen und sich mit altersbedingten Veränderungen und demenzspezifischen Verhaltensweisen auseinanderzusetzen.

Dieser Titel ist auch als E-Book erhältlich. Leseproben und weitere Informationen finden Sie unter www.kohlhammer.de.

Für umfassendes Zusatzmaterial zur Durchführung des Bildungskurses klicken Sie hier.

Cover der Literatur

Ansprechperson

Annette Schmidt
LWL-Inklusionsamt Soziale Teilhabe
Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe

Telefon: 0251 591-4197
E-Mail: annette.schmidt@lwl.org