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Hilfen planen mit BEI_NRW

Hier erklären wir, wie die Unterstützung gemeinsam geplant wird.

Wenn Sie Unterstützung benötigen und sich beim LWL melden oder direkt einen Antrag stellen, wird Ihr Anliegen an die zuständige Ansprechperson beim LWL weitergeleitet. Ihre Ansprechperson sortiert nach Kreisen und kreisfreien Städten, finden Sie, wenn Sie hier klicken.

Beratung und Unterstützung

Ihre Ansprechperson lädt Sie zu einem Beratungsgespräch ein. Das Gespräch findet in Ihrer Nähe statt. Hierzu hat der LWL Räume angemietet. Die genaue Adresse erhalten Sie mit der schriftlichen Einladung zum Gespräch.

In der Einladung finden Sie Hinweise auf die notwendigen Unterlagen für einen Antrag auf Eingliederungshilfe. Sie können diese zuhause ausfüllen und zum Beratungsgespräch mitbringen.

Natürlich können Sie zu diesem Gespräch eine Person Ihres Vertrauens mitbringen.

In diesem Gespräch sprechen wir mit Ihnen über Ihren Antrag, über die Verwaltungsabläufe sowie über mögliche Unterstützungsmöglichkeiten. Wir erklären Ihnen die Antragsunterlagen. Wir beraten Sie zu den Leistungen der Eingliederungshilfe. Auf Ihren Wunsch hin nennen wir Ihnen mögliche Leistungserbringer, Anbieter anderer Leistungen sowie Angebote in Ihrem Wohnumfeld.

Sollten Sie Unterstützung, etwa bei der Antragsstellung, benötigen, steht Ihnen Ihre Ansprechperson vom LWL ebenfalls zur Verfügung.

Prüfung der Unterlagen

Wenn Sie einen Antrag auf Eingliederungshilfe gestellt haben, prüft der LWL Ihren Antrag. Wir schauen, ob bei Ihnen die persönlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen vorliegen. Falls noch Informationen fehlen, erhalten Sie einen Brief, welche weiteren Unterlagen Sie noch einreichen müssen.

Bedarfsermittlungsgespräch

Wenn alle notwendigen Unterlagen vorliegen, erhalten Sie eine schriftliche Einladung zu einem Bedarfsermittlungsgespräch. Auch zu diesem Gespräch können Sie eine Person Ihres Vertrauens mitbringen.

Wenn Sie vorher Ihre persönliche Sicht aufgeschrieben haben, kann dies eine gute Grundlage für das Gespräch sein.

Bei diesem Treffen wird gemeinsam mit Ihnen Ihr individuelle Bedarf besprochen. Gemeinsam klären Sie, wie eine passgenaue Unterstützung für Sie aussieht. Hierzu wird als Gesprächsleitfaden das BEI_NRW (Bedarfsermittlungsinstrument NRW) genutzt.

Sie schildern Ihre eigene Vorstellung von Ihrem Leben, Ihre Wünsche und die Ziele, die Sie haben. Es geht um Ihre ganz persönliche individuelle Lebenssituation.

Wichtig ist hierbei, welche fördernden und hindernde Faktoren in Ihrem Lebensumfeld sind. Ein fördernder Faktor ist zum Beispiel die Bushaltestelle vor Ihrer Haustür. Ein hindernder Faktor kann zum Beispiel sein, wenn es in Ihrem Haus keinen Aufzug gibt und Sie Schwierigkeiten haben, Treppen zu steigen. Klicken Sie hier, um sich exemplarische Leitfragen zu den Kontextfaktoren anzuschauen.

Es werden die Lebensbereiche besprochen, in denen Sie Unterstützung benötigen. Klicken Sie hier, um sich exemplarische Leitfragen zu den Lebensbereichen anzuschauen.

Mögliche Bereiche sind:

  1. Lernen und Wissensanwendung,
    (Zum Beispiel: sehen, hören, lesen, lernen, konzentrieren und Probleme lösen)
  2. Allgemeine Aufgaben und Anforderungen
    (Zum Beispiel: den Tag planen, mit Stress und schwierigen Situationen umgehen, an Pflichten denken oder Belastungsgrenzen wahrnehmen)
  3. Kommunikation
    (Zum Beispiel: eine Unterhaltung führen, das Handy benutzen, Mimik und Gestik erfassen, einen Brief verstehen oder Gebärdensprache nutzen)
  4. Mobilität
    (Zum Beispiel: eine kurze oder auch eine lange Strecke gehen, Treppe steigen, einen Rollstuhl benutzen oder mit dem Bus oder mit dem Zug fahren)
  5. Selbstversorgung
    (Zum Beispiel: sich waschen, duschen, Zähne putzen, die Toilette benutzen, essen und trinken oder auf die Gesundheit achten)
  6. Häusliches Leben
    (Zum Beispiel: einkaufen, Wäsche waschen Essen kochen oder Hausarbeiten erledigen)
  7. interpersonelle Interaktionen und Beziehungen (Beziehung zu anderen Menschen gestalten, zum Beispiel: Kontakt- und Beziehungsgestaltung mit Familie, Partner oder Partnerin, Freunden, Arbeitskollegen, Nachbarn; Umgang mit Kritik, eigenes Verhalten wie Rücksichtnahme, Respekt, Wertschätzung und Nähe- / Distanzverhalten)
  8. Bedeutende Lebensbereiche
    (Zum Beispiel: Schule und Berufsausbildung, eine Arbeit und Beschäftigung finden und behalten, Umgang mit Geld oder wirtschaftlich eigenständig sein)
  9. Gemeinschafts-, soziales und staatsbürgerliches Leben
    (Zum Beispiel: Freizeitangebote, Vereine, Sport oder Religion)

Besprochen werden natürlich nur die Themen, die Sie ansprechen möchten und die für Ihren Antrag auf Unterstützung wichtig sind.

So wird gemeinsam ermittelt, inwieweit und in welchen Bereichen Ihre Teilhabe eingeschränkt ist. Ebenfalls wird geschaut, wo Teilhabe bereits gut gelingt und wer (beispielsweise bestimmte Personen) oder was (etwa Hilfsmittel) die Teilhabe unterstützt.

Leider können noch nicht alle Unterstützungsformen mit dem BEI_NRW ermittelt werden. Dies betriff zum Beispiel Leistungen für Menschen mit einem hohen Pflegebedarf oder Leistungen der Elternassistenz. Sollte dies bei Ihrem Antrag der Fall sein, erhalten Sie eine schriftliche Information über das weitere Vorgehen.

Aufstellung des Gesamtplans

Mit dem BEI_NRW hat der LWL die Möglichkeit, noch während des Bedarfsermittlungsgesprächs mit Ihnen direkt am PC die wesentlichen Inhalte und Ergebnisse zu verschriftlichen und auszudrucken, so dass Sie diese zum Abschluss mitnehmen können.

In einer Gesamtübersicht finden Sie in Ihrem ausgedruckten BEI_NRW die individuell mit Ihnen besprochen Ziele sowie die vereinbarten Leistungen sowie – falls bei Ihnen vorhanden – Verweise auf andere Leistungen. Nach dieser gemeinsamen Feststellung Ihres Bedarfs trifft Ihre Ansprechperson eine fachliche Entscheidung über die Unterstützung. Sie erstellt einen Gesamtplan und stellt Ihnen diesen zur Verfügung.

Fortschreibung

Eine Kostenzusage des LWL für Leistungen der Eingliederungshilfe ist immer zeitlich befristet. Wenn gegen Ende des aktuellen Bewilligungszeitraums abzusehen ist, dass Sie auch weiterhin Unterstützung benötigen,müssen Sie sich wieder beim LWL melden. Die Besprechung, welche Ziele sie schon erreicht haben und welche Unterstützung Sie weiter benötigen wird Fortschreibung genannt.

Hierzu wird das BEI_NRW verwendet, dass Sie schon vom ersten Bedarfsermittlungsgespräch kennen.

Dieses Gespräch führen Sie mit dem Leistungserbringer, der Sie bisher unterstützt. Die für Sie zuständige Ansprechperson schaut gemeinsam mit Ihnen zurück auf das letzte BEI_NRW Gespräch. Sie prüfen gemeinsam, welche Handlungsziele erreicht werden konnten und welche noch nicht oder welche Ziele sich möglicherweise als unpassend herausgestellt haben. Sie schreiben auf, was bei der Erreichung förderlich war und was gehindert hat. Mit Blick nach vorne, vereinbaren Sie Ziele für die Zukunft.

Diese Fortschreibung schicken Sie Ihrer zuständigen Ansprechperson beim LWL.

Die für Sie zuständige Ansprechperson beim LWL betrachtet die Informationen hinsichtlich Ihrer Fähigkeiten und Beeinträchtigungen sowie der neuen Ziele und Maßnahmen und entscheidet dann über Ihre weitere Unterstützung.

Hierbei werden hindernde oder fördernde Faktoren, die Einfluss auf Ihre Lebenssituation und Teilhabe haben, berücksichtigt.

Haben Sie noch Fragen?

Wenn Sie mehr zum BEI_NRW wissen wollen, klicken Sie hier. Haben Sie noch Fragen zum Gesamtplanverfahren mit dem BEI_NRW? Ist eine Antwort zu schwer zu verstehen? Oder haben Sie eine Idee, wie diese Internetseite noch besser werden kann?

Dann schicken Sie uns eine E-Mail an bei_nrw@lwl.org.